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Universität zu Lübeck arbeitet an Lösungen für die begrenzte Reichweite von Elektro-Bussen

Arbeiten an Lösungen für die optimierte Reichweite von Elektro-Bussen: Bettina Lange und Jens Lottmann vom Stadtverkehr Lübeck mit Jacob Stahl, Prof. Thomas Franke, Daniel Herrmann, Markus Gödker und Vivien Moll
Arbeiten an Lösungen für die optimierte Reichweite von Elektro-Bussen: Bettina Lange und Jens Lottmann vom Stadtverkehr Lübeck mit Jacob Stahl, Prof. Thomas Franke, Daniel Herrmann, Markus Gödker und Vivien Moll

Prof. Dr. Thomas Franke, Professor für Ingenieurpsychologie am Institut für Multimediale und Interaktive Systeme der Universität zu Lübeck, starte am 1. Februar 2018 das Projekt „Nutzerzentriertes Reichweitenmanagement Elektrobusse“ (NuR.E). Projektpartner ist der Stadtverkehr Lübeck.

Gemeinsam mit dem Projektleiter Elektromobilität beim Stadtverkehr, Jens Lottmann, stellte Prof. Franke Ziele und Durchführung des Projekts am 1. Februar in einem Elektrobus vor dem Audimax der Universität vor.

Die Elektrifizierung der Busflotten in Schleswig-Holstein ist ein wichtiger Baustein für Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Allerdings stellt die Reichweite eine Barriere für die breite Einführung dieser Technologie dar. So bestehen für Nutzer im Alltagsbetrieb Unsicherheiten bezüglich der tatsächlich nutzbaren Reichweite. Auch fehlen Systeme, welche Fahrern im Alltag die Verlängerung der Reichweite so einfach wie möglich machen.

 

Visualisierungskonzepte für die Reichweite und deren Verlängerung

„Ein substanzieller Teil der theoretisch verfügbaren Reichweiten-Ressourcen von Elektrofahrzeugen geht durch verschiedene psychologische Faktoren verloren“, so Prof. Thomas Franke.

„Es ist für die Nutzer oft unnötig schwer, die Reichweite sicher abzuschätzen und bei Bedarf zu verlängern“. An diesem Punkt setzt das Projekt Nur.E an. Gemeinsam mit den Fahrern und den Mitarbeitern in der Leitstelle werden Visualisierungskonzepte entwickelt, die Nutzer optimal in ihren Arbeitsabläufen unterstützen sollen.

 

Prototyp eines Reichweitenassistenzsystems

Dem Fahrer soll beispielsweise der Reichweitenverlauf in Bezug auf die nächsten Haltestellen angezeigt werden, so dass er nicht selbst die Restreichweite des Busses zur zurückzulegenden Linienstrecke ins Verhältnis setzen muss. Der aktuell verfügbare Sicherheitspuffer wird ihm direkt angezeigt. In einem anschließenden Feldversuch wird der entwickelte Prototyp eines Reichweitenassistenzsystems dann getestet.

Der Stadtverkehr Lübeck hat seit Juni vergangenen Jahres zwei Elektro-Busse im kontinuierlichen Linieneinsatz.

„Wir waren sehr erfreut über die Anfrage der Universität zu Lübeck“, sagte Bernd Raasch, Betriebsleiter des Stadtverkehrs. „Die gemeinsam erarbeiteten Ergebnisse werden für uns und andere Verkehrsunternehmen von großer Bedeutung für den Einsatz von Elektro-Fahrzeugen im Linienbetrieb sein“, ergänzte Jens Lottmann, Projektleiter Elektromobilität beim Stadtverkehr.

 

Die Lübecker Ingenieurpsychologen freuen sich über den Austausch mit möglichen weiteren Interessenten für das System, um die entwickelten Ansätze im Kontext handlungsintegrierte Reichweitenassistenz perspektivisch auf noch mehr Anwendungsfälle anpassen und erweitern zu können.

Das Projekt NuR.E wird von der Gesellschaft für Energie und Klimaschutz Schleswig-Holstein (EKSH) über zwei Jahre mit insgesamt 150.000 Euro gefördert. In ihrem Programm „Hochschule – Wirtschaft – Transfer“ (HWT) fördert die Gesellschaft Projekte, in denen eine für das Land Schleswig-Holstein relevante Fragestellung zu Themen wie Energieproduktion, Energieverbrauch oder Energieeffizienz bearbeitet wird.

 

 

 

Universität zu Lübeck

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