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Initiative: Autoindustrie hat mit EEBUS die Lösung gegen Elektromobilitäts-Blackouts

An Lösungen für alle energieintensiven Anwendungsbereiche arbeitet die EEBUS Initiative zusammen mit ihren über 70 Mitgliedsfirmen in verschiedenen Arbeitsgruppen wie „Smarte Hausgeräte“, „Digitale Heizung“, „E-Mobility“ und „Smart Grid“
An Lösungen für alle energieintensiven Anwendungsbereiche arbeitet die EEBUS Initiative zusammen mit ihren über 70 Mitgliedsfirmen in verschiedenen Arbeitsgruppen wie „Smarte Hausgeräte“, „Digitale Heizung“, „E-Mobility“ und „Smart Grid“

In der aktuellen Studie „Der E-Mobilitäts Blackout“ rechnen die Analysten des Beratungsunternehmens Oliver Wyman zusammen mit Forschern der TU München vor, dass die deutschen Niederspannungsnetze einem kommenden Boom von Elektroautos nicht gewachsen sind. Ab einem Anteil von 30 Prozent Elektroautos könnten diese das örtliche Verteilnetz überlasten und lokale Stromausfälle provozieren, sobald viele Fahrzeuge zur gleichen Zeit geladen werden.

 

Um solche Engpässe zu vermeiden, empfehlen die Forscher der TU München, das Stromnetz flexibler zu nutzen. Werden E-Autos nicht zeitgleich, sondern intelligent verteilt über einen längeren Zeitraum geladen, könne das Verteilnetz eine Verbreitung von bis 100 Prozent Elektroautos verkraften, – auch ohne massive Ausbauten.

 

 

 

Flexibles Laden von Elektro-Autos mit EEBUS-Standard schon heute möglich

 

Die EEBUS-Initiative, die mit über 70 Mitgliedunternehmen die Weltsprache für Energie im Internet of Things entwickelt, hat für genau diese Anforderung eine technische Lösung.

 

„Gut, dass die Studie eine Prognose für die Folgen des absehbaren E-Mobility-Booms beziffert und Lösungen aufzeigt,,“ sagt Peter Kellendonk, der 1. Vorsitzende des gemeinnützigen Vereins und ergänzt:

 

„Flexibles Laden funktioniert dank dem EEBUS-Standard für die E-Auto Ladetechnik schon heute. Die Technik dafür kommt nicht erst in fünf bis zehn Jahren auf dem Markt. Sie steht unmittelbar vor der Serieneinführung.“

 

 

Flexibles Laden beginnt im Haushalt

 

Überlastungen durch die E-Auto-Ladetechnik, wie sie die Studie mit lahm gelegten Stadtteilen skizziert, seien schon heute im Kleinen möglich, so die Initiative. Heize etwa eine Wärmepumpe gerade mit voller Leistung den Warmwasserspeicher auf, und werde dann das Elektroauto an die Wallbox in der Garage angeschlossen, könne der Strom wegen Überlastung ausfallen.

 

 

 

Prioritäten des Energieverbrauch werden abgestimmt

 

Die Vernetzung mit dem EEBUS-Standard verhindere dies, indem sich alle Energieverbraucher im Hintergrund darüber abstimmen, wer gerade mit höchster Priorität Energie verbrauchen kann.
Insgesamt decke der EEBUS-Standard für die E-Auto-Ladetechnik die mehrere Anwendungsbereiche ab:

 

·       Effizienz-Steigerung: Möglichst viel selbst erzeugter Strom wird für die E-Auto-Ladung eingesetzt.

·       Überlastsicherung: Sind zu viele Verbraucher gleichzeitig an, wird der Ladestrom temporär gedrosselt und so eine Überlastung verhindert.

·       Entlastung der öffentlichen Netze (coordinated charging): Der Ladevorgang wird mit dem Netzbetreiber abgestimmt. Er kann dabei auf Überlastsignale ebenso reagieren wie auf Preisanreize, wenn überschüssige Energie im Stromnetz verfügbar ist.

 

 

 

Vernetzung von E-Auto-Ladetechnik und weiteren großen Stromverbrauchern

 

Die Vernetzung auf Basis von EEBUS decke somit alle Forderungen der Studie ab und gehe noch einen wichtigen Schritt weiter: Neben der E-Auto-Ladetechnik vernetze sie auch alle weiteren großen Verbraucher wie etwa die Heizung oder Hausgeräte.

 

Verbraucher kommunizieren via EEBUS außerdem mit einer Photovoltaikanlage und künftig mit dem intelligenten Stromnetz. Damit erlaube EEBUS die maximale Flexibilität im Umgang mit Energie und helfe so besonders effizient dabei, Ausbaumaßnahmen im Netz zu minimieren.

 

 

 

Auf dem Weg in die Massenproduktion


An Lösungen für alle energieintensiven Anwendungsbereiche arbeitet die EEBUS Initiative zusammen mit ihren über 70 Mitgliedsfirmen in verschiedenen Arbeitsgruppen wie „Smarte Hausgeräte“, „Digitale Heizung“, „E-Mobility“ und „Smart Grid“.

 

 

 

Markteinführung vernetzter Ladetechnik für 2019 geplant

 

An der EEBUS-Arbeitsgruppe „E-Mobility“ etwa sind der Branchenverband VDA, viele große Auto- und Ladetechnik-Hersteller sowie führende Marken der Heizungs-, Solar- und Energie-Branche beteiligt. Gemeinsam entwickeln sie offene Vernetzungsprotokolle, mit denen die Sektoren über Hersteller- und Branchengrenzen hinweg kommunizieren.

 

In zwei Testdurchläufen, so genannten Plugfests, konnten EEBUS-Mitgliedsfirmen aus der Automobilbranche wie Volkswagen, Porsche und Audi sowie Ladetechnik-Anbieter wie Menneckes das Zusammenspiel der unterschiedlicher Komponenten bereits 2017 erproben. Dabei wurde die Kommunikation mit Heizungen von Vaillant und Viessmann sowie Energiemanagern etwa von SMA und Hager geprüft und optimiert.

 

Die Markteinführung vernetzter Ladetechnik und zugehöriger Energiemanager ist für 2019 geplant – also rechtzeitig vor dem vorhersehbaren E-Mobility Boom und drohenden Blackouts.

 

„Unsere Mitgliedsfirmen, allen voran die deutsche Automobilbranche, bieten rechtzeitig die Technik für flexibles Laden von Elektroautos,“ fasst Johannes Hauck, EEBUS-Vorstandsmitglied und Manager Corporate Strategy and Business Development bei Hager Electro, zusammen.

 

„Nun ist es höchste Zeit, dass Politik und Netzbetreiber die Weichen für den Einsatz der Technik im großen Stil stellen. Dazu gehört, dass sich der Einsatz des flexiblen Ladens für Nutzer auch tatsächlich lohnt.“


 

 

 

 

EEBus Initiative e.V.