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VDMA-Studie: Hybridisierung und Elektrifizierung der Mobilität bieten Maschinen- und Anlagenbau Chancen auf mehr Wertschöpfung

Aus der Studie: Elektro-Antriebe werden 2030 einen Marktanteil von 22 % erreichen
Aus der Studie: Elektro-Antriebe werden 2030 einen Marktanteil von 22 % erreichen

Was die Hybridisierung und Elektrifizierung für die Wertschöpfung im Antriebsstrang bedeutet, zeigt erstmals die VDMA-Studie „Antrieb im Wandel“, erstellt von der FEV Consulting GmbH.

„Wichtigste Erkenntnis der Studie ist: Für den Maschinenbau birgt der Transformationsprozess der Mobilität Chancen auf zusätzliche Wertschöpfung“, erklärte VDMA-Präsident Carl Martin Welcker anlässlich der Veröffentlichung von Kernergebnissen der Studie.

 

„Alarmismus ist völlig fehl am Platze. Für uns in der Maschinenbauindustrie kann der ‚Antrieb im Wandel‘ ein Wachstumsgeschäft sein. Noch bleibt den Unternehmen Zeit, um die Transformation erfolgreich zu gestalten, um Geschäftsmodelle und Technologien anzupassen“, unterstrich Welcker.

„Gleichzeitig zeigt die Studie klar: Hybridisierung und Elektrifizierung werden sich am Markt durchsetzen. Spätestens jetzt sollte der Transformationsprozess in den betroffenen Unternehmen angegangen werden“.

 

 

Unterschiedlicher Wertschöpfungszuwachs bei PKW-Antrieben

 

Zwar erwarten die FEV-Experten in den drei betrachteten Märkten Europa, USA und China eine Verringerung des Absatzes von Verbrennungsmotoren (inklusive Hybridantriebe) im PKW-Bereich: Dies um 10 Prozent bis zum Jahr 2030 im Vergleich zu 2016.

Zugleich rechnen die Studienautoren in diesen drei Märkten mit einem Anteil von 22 Prozent an reinen Elektro-Fahrzeugen.

Die Auswirkungen der Elektrifizierung auf die einzelnen Fertigungsprozesse, welche bei konventionellen Antrieben dominieren, seien erheblich.

So sinke deren Wertschöpfung beim batterieelektrischen Antrieb im Durchschnitt um 64 Prozent (ohne Batteriezellproduktion). Im Gegensatz dazu steige beim (Plug-in-) Hybridantrieb die Wertschöpfung um 24 Prozent – hier wird neben einem Verbrennungsmotor auch ein elektrischer Antrieb verbaut.

 

Zusätzliches Wertschöpfungspotenzial bei der Batteriezellproduktion

 

Entscheidend sei, was unter dem Strich rauskommt: Hier führe die Studie den Nachweis, dass sich die Kombination aus Hybridantrieben, einer höheren Komplexität beim Verbrennungsmotor sowie steigenden Absatzzahlen von Fahrzeugen – vor allem in China – insgesamt positiv auf die Wertschöpfung auswirke. Die jährliche Wachstumsrate der Wertschöpfung bei PKW-Antrieben belaufe sich bis 2030 demnach auf 1,7 Prozent, kombiniert für die drei Märkte Europa, USA und China und dies sogar ohne Berücksichtigung der Batteriezellproduktion. Die Batteriezellproduktion biete zusätzlich ein hohes Wertschöpfungspotenzial für den Maschinen- und Anlagenbau. 

 

Differenziertes Bild bei Nutzfahrzeugen und mobilen Maschinen

 

Auch Nutzfahrzeuge und mobile Maschinen werden in der Studie analysiert. Bei Nutzfahrzeugen wird die Elektrifizierung vor allem durch leichte Nutzfahrzeuge, etwa Lieferwagen für Paketdienste in Städten, vorangetrieben.

Auch bei Nutzfahrzeugen bieten sich laut Studie Chancen auf zusätzliche Wertschöpfung, wenn auch in kleinerem Ausmaß als im PKW-Segment. Insgesamt seien die Auswirkungen der Elektrifizierung auf Komponentenhersteller und den Maschinen- und Anlagenbau hier sehr unterschiedlich – Anwendungen, Märkte und Antriebstypen bestimmen den Grad der Betroffenheit. Bei den mobilen Maschinen werde demgegenüber ein niedrigerer Elektrifizierungsgrad erwartet.

 

Neuer „Zero Emission Vehicle Index“: Elektro-Fahrzeuge ziehen bald mit Verbrennern gleich

 

Die Transformation der Mobilität zeichne sich durch eine hohe Dynamik aus. Ein Monitoring-System, der neu entwickelte „Zero Emission Vehicle Index (ZEV)“, biete Orientierung auch dann, wenn sich das volatile Umfeld ändert.

Für Europa sagt der Index bereits für das Jahr 2024 eine gleichwertige Attraktivität von Verbrennern und Elektro-Fahrzeugen voraus. Ausschlaggebend seien ein breites Modellangebot, praxistaugliche Reichweiten sowie der Ausbau der Ladeinfrastruktur.

China erreiche dieses Niveau bereits 2 bis 3 Jahre früher als Europa. Grund hierfür seien strenge regulatorische Rahmenbedingungen. Für die USA werde die gleichwertige Attraktivität erst im Jahr 2028 erwartet.

 

Index geht weit über das bloße Addieren von Elektro-Autos hinaus

 

Mehr als 40 Parameter aus unterschiedlichen Dimensionen fließen in den ZEV-Index ein: Regulierung, Technologieverfügbarkeit, Ladeinfrastrukturausbau, Verhalten der Industrie, wirtschaftliche Aspekte sowie Akzeptanz der Elektromobilität.

„Damit ist der Index ein tatsächlicher Gradmesser für den Wandel der Mobilität, der über das bloße Addieren von Elektro-Autos weit hinausgeht“, hob Prof. Dr.-Ing. Stefan Pischinger, Vorsitzender der Geschäftsführung und Geschäftsführender Gesellschafter der FEV Group GmbH, hervor. 

 

Eine Kurzfassung der Studie kann heruntergeladen werden unter www.vdma.org

Mitglieder des VDMA können die vollständige Studie unter folgendem Link herunterladen: Antrieb im Wandel (Anmeldung erforderlich). Mitglieder der FVA und der FVV können die Studie in Ihrem Mitgliederportal THEMIS herunterladen.

 

 

VDMA

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