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TÜV Rheinland: Reparaturen defekter Akkus dem Hersteller überlassen; Vorsicht bei Reparaturservice von Drittanbietern

E-Bike-Test beim TÜV Rheinland
E-Bike-Test beim TÜV Rheinland

Egal ob Smartphone, Tablet oder E-Bike – irgendwann ist jeder Akku mal am Ende. Dies sei aber kein Grund, das Gerät wegzuwerfen, erklärt der TÜV Rheinland. Schließlich böten zahlreiche Händler Akkureparaturen an.

 

Stephan Scheuer, Batterie-Experte bei TÜV Rheinland, rät jedoch, eine Speichereinheit nur vom jeweiligen Hersteller oder einem offiziellen Dienstleister reparieren zu lassen. Ersatzteile von Drittanbietern sollten zudem vom Hersteller autorisiert sein.

Riskante Überladung

 

In vielen Handys, aufladbaren Werkzeugen oder Elektro-Fahrädern befinden sich Lithium-Ionen-Akkus. Versagt der Akku den Dienst, können frische Lithium-Zellen für neue Energie sorgen. Das Betanken des altgedienten Akkus mit neuen Zellen sollte jedoch dem Hersteller des Geräts oder des Akkus überlassen werden. Nur so sei sichergestellt, dass die frischen Akkuzellen den Voraussetzungen für einen sicheren Betrieb auch entsprechen.

 

„Ein Lithium-Akku ist so gebaut, dass er aus Sicherheitsgründen nur in einem bestimmten Spannungsbereich sicher funktioniert. Damit gewährleistet der Hersteller, dass sich der Akku bei Unter- oder Überladung automatisch abschaltet“, erklärt Scheuer.

 

Ein unabhängiger Reparaturservice kenne dagegen nicht immer alle nötigen Werte der Sicherheitsabschaltung. Der reparierte Akku möge zwar erst mal funktionieren, weise aber womöglich einen Spannungsradius auf, der für Gerät und Nutzer gefährlich werden kann. In solchen Fällen könne es zur Überladung des Akkus kommen, im schlimmsten Fall gingen Akku und Gerät dadurch in Flammen auf.

 

 

Hohe Temperaturen machen Akkus kaputt

 

Je nach Gerät kann eine Reparatur teuer werden. Wer zudem keine Geduld hat, auf das eingeschickte Gerät zu warten, sollte bei der Suche nach einer günstigen Ersatzbatterie den Rat des TÜV Rheinland-Experten beherzigen: „Der neue Akku sollte explizit für das jeweilige Gerät ausgewiesen sein, damit er einwandfrei und sicher funktioniert.“

 

Damit der Energiespeicher möglichst lange funktioniert, hat Scheuer weitere Tipps parat: „Extreme Wärme oder Kälte sind Gift für Akkugeräte. Verformungen des Gehäuses können darauf hinweisen, dass der Akku Schaden genommen hat. Auch Stürze und Stöße machen den Akku anfällig, er entlädt sich eventuell schneller als vorher. Deshalb Akku und Gerät immer sorgsam behandeln.“ Dazu gehört, Geräte mit Akku keinen Temperaturen unter null und über 35 Grad auszusetzen.

 

 

TÜV Rheinland

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