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Bundesverband eMobilität kritisiert Autoindustrie; BEM-Präsident Sigl: „Nationale Plattform Elektromobilität macht sich lächerlich“

BEM-Präsident Kurt Sigl: „Den Autofahrern nun die Schuld an den jahrzehntelangen Versäumnissen der deutschen Autoindustrie zu geben, ist eine Frechheit.“
BEM-Präsident Kurt Sigl: „Den Autofahrern nun die Schuld an den jahrzehntelangen Versäumnissen der deutschen Autoindustrie zu geben, ist eine Frechheit.“

Der Bundesverband eMobilität (BEM), ein Zusammenschluss von Unternehmen, Wissenschaftlern und Anwendern aus dem Bereich der Elektromobilität, wendet sich gegen den Versuch der Automobilhersteller, die Verantwortung für die schleppende Nachfrage nach Elektrofahrzeugen den Kunden anzulasten.

 

„Nach jahrelanger Untätigkeit macht man sich mit so einer Schuldzuweisung lächerlich“, so BEM-Präsident Kurt Sigl.

 

 

BEM-Präsident Sigl: NPE bleibt Ankündigungsweltmeister

 

Anlass für die Kritik waren entsprechende Aussagen des Präsidenten der Nationalen Plattform Elektromobilität (NPE) auf dem Tagesspiegel-Summit „Future Mobility“ in Berlin. Die NPE wird im Wesentlichen von Automobil- und Energiekonzernen getragen und fungiert als Beratungsgremium der Bundesregierung.

 

„Die Nationale Plattform Elektromobilität schaut seit ihrem Bestehen gerne und viel in die Zukunft, verspricht Jahr für Jahr eine große Zahl elektrischer Fahrzeugmodelle und bleibt als Sprachrohr der Automobilindustrie Deutschlands größter Ankündigungsweltmeister“, so BEM-Präsident Sigl.

„Den Autofahrern nun die Schuld an den jahrzehntelangen Versäumnissen der deutschen Autoindustrie zu geben, ist eine Frechheit.“

Unisono wurde die deutsche Automobilindustrie hingegen am ersten Tag des Tagesspiegel-Summit „Future Mobility“ aufgefordert, endlich Elektro-Fahrzeuge für den Individualverkehr und den ÖPNV zu liefern sowie auf ihre Kosten die Hardware bei Dieselfahrzeugen nachzurüsten.

 

 

Politiker fordern mehr Engagement und klare Rahmenbedingungen bei der Mobilitätswende

 

Unter anderen forderten Dr. Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes; Michael Dreier, Bürgermeister von Paderborn (CDU); Winfried Herrmann, Verkehrsminister in Baden-Württemberg (Grüne); Ramona Pop, Berliner Wirtschaftssenatorin; Dr. Anton Hofreiter, Fraktionsvorsitzender Bündnis 90/Die Grünen; Jürgen Resch, DUH und viele andere aus der Branche deutlich mehr Engagement und klare Rahmenbedingungen bei der Mobilitätswende.

Nur der Vorsitzende der NPE, Prof. Dr. Henning Kagermann, sehe die deutsche Wirtschaft im Plan und habe die seit Jahren gleiche Geschichte erzählt: Man solle nicht nur den aktuellen Zustand sehen, sondern sich auf die für die Zukunft angekündigten Fahrzeuge freuen.

 

Daimler-Chef Zetsche bezeichnet den Diesel auf der Veranstaltung, die für eine nachhaltige, zukunftsfähige Mobilität stehen soll, sogar als Teil der Lösung. „Genau so düster wird die Mobilität der Zukunft auch aussehen, wenn man weiterhin den Vertretern einer fossilen Branche das politische Parkett im Bereich der nachhaltigen Mobilität überlässt“, sagt BEM-Vizepräsident Christian Heep.

 

Die NPE habe es unter Kagermanns Führung noch nicht einmal geschafft, sich auf einfachste Regelungen z.B. beim Laden in Wohn- und Mieteigentum zu einigen, geschweige denn die Elektromobilität im Sinne heimischer Wertschöpfung tatsächlich voranzubringen. Stattdessen habe die NPE als Instrument der Automobilindustrie erfolgreich dafür gesorgt, die E-Mobilität möglichst stiefmütterlich zu behandeln und maximal zu verzögern.

 

 

Bundesverband eMobilität e.V. (BEM)

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