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Studie zur Produktion von Elektro-Autos: Hohe Komplexität droht Takt ins Stottern zu bringen

Produktion des BMW i8 in Leipzig. Bild: BMW Group
Produktion des BMW i8 in Leipzig. Bild: BMW Group

Mehr als acht von zehn Unternehmen aus der Automobilindustrie betrachten die Verbesserung von Prozessen und Organisationsstrukturen als erfolgsentscheidend für die Zukunft, wie eine aktuelle Studie der Unternehmensberatung Staufen (Köngen) zeigt.

 

Besonders die Umstellung auf Elektromobilität sei mit Herausforderungen verbunden, die mit den etablierten Abläufen nicht zu stemmen sind. Im Blickpunkt bei den Zulieferern stehe derzeit vor allem die Integration in die bestehenden Produktionssysteme.

 

Während VW auf eigene Produktionsstätten für Elektrofahrzeuge setzt, stellen fast alle anderen Hersteller derzeit ihre großen Produktionswerke um. Die E-Autos sollen mit Hybrid-, Benzin- und Dieselmodellen zusammen vom Band laufen.

 

 

Elektroautos benötigen nicht nur andere Antriebe und Batterien

 

"Die Integration führt zu einer weiteren deutlichen Zunahme an Komplexität", sagt Dr. Thilo Greshake, Partner Automotive bei der Unternehmensberatung Staufen.

"Alle Module und Systeme, aus denen ein Auto besteht, müssen für sämtliche Modelle Just-in-Time am Band bereitstehen. Elektroautos benötigen nicht nur andere Antriebe und Batterien, sondern beispielsweise auch eine andere Heizung oder Klimaanlage. Der bereits sehr stattliche Variantenbaum erhält dadurch weitere Äste - aus Vielfalt droht Unübersichtlichkeit zu werden."

Die bisherige durchgängige Taktung am Band werde sich kaum einhalten lassen. Porsche setze daher in Zuffenhausen auf variable Taktlängen und eine flexible Linie. Bei sensiblen Tätigkeiten könne das neue Transportsystem anhalten und danach schneller an darauffolgende Stationen fahren.

 

 

Zulieferer müssen auf die automobile Zukunft vorbereitet werden

 

"Gravierende Probleme wie Tesla werden die deutschen Automobilhersteller aber nicht haben", ist Experte Greshake überzeugt.

"Sie haben jahrzehntelange Erfahrung und sind extrem stark in Planung sowie Prozessen. Doch sie dürfen sich nicht nur darauf konzentrieren, ihre eigenen Fabriken fit zu machen. Viel schwieriger wird es, die Zulieferer auf die automobile Zukunft vorzubereiten. Denn wenn es dort hakt, stehen auch bei den OEMs die Bänder still."

 

 

Komplexe Heizung und Steuerung in Elektroautos

 

Wie anfällig die Supply Chain ist, zeigt sich am Beispiel der Heizung: Elektroautos benötigen eine elektrische Heizung, da der Verbrennungsmotor als Wärmequelle entfällt. Die aber wird bisher nur in sehr geringen Stückzahlen produziert. Künftig werden aus mittelständischen Heizungs-Zulieferern daher Großserienhersteller, die zudem noch über hohes technologisches Know-how verfügen müssen. Denn die Heizung und ihre Steuerung in Elektroautos sind High-Tech-Produkte, die beispielsweise im Stau auf der Autobahn ihren Modus wechseln müssen, damit der Akku hält und die Fahrzeuge ihr angepeiltes Ziel erreichen können.

 

"Diese Transformation schaffen die Zulieferer nicht alleine. Umso wichtiger ist es, dass die Hersteller ihre Lieferanten intensiv begleiten und auch am Ende der Wertschöpfungskette eingreifen", so der Staufen-Berater. "Nur dann können die Herausforderungen der neuen Automobilwelt erfolgreich bewältigt und das E-Auto zum Massenprodukt werden."

 

 

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