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Bundesumweltministerium gibt grünes Licht für Forschungsprojekt mit elektrifizierten Oberleitungs-LKW

Auf dem „eHighway“ werden zwei Scania-Lkw mit elektrifiziertem Hybridantrieb unterwegs sein
Auf dem „eHighway“ werden zwei Scania-Lkw mit elektrifiziertem Hybridantrieb unterwegs sein

Das Bundesumweltministerium hat am 25.05.2018 grünes Licht für ein gefördertes Pilotprojekt zur Erforschung und Entwicklung der Elektrifizierung von Langstrecken-Lkw gegeben. 

Die Stromversorgung der schweren Lkw erfolgt dabei mittels eines Stromabnehmers (Pantograph) von einer Oberleitung. Die beiden beteiligten Projektpartner – Siemens und die Volkswagen Konzernforschung – teilen sich dabei die Aufgaben.

 

Siemens übernimmt die Entwicklung des Pantographen, Volkswagen stellt über die schwedische Konzerntochter Scania die entsprechenden Hybrid-Lkw und übernimmt die begleitende Forschung. Der Erprobungsbetrieb soll ab Anfang 2019 gemeinsam durchgeführt werden.

 

Im Rahmen dieses Forschungsprojektes soll ermittelt werden, wie besonders auf der Langstrecke der Güterfernverkehr klimafreundlicher gestaltet werden kann. Denn allein in Deutschland entstehen durch den Lkw-Verkehr CO2-Emissionen in Höhe von 56 Millionen Tonnen pro Jahr. In wieweit eine Elektrifizierung von Fahrstrecken für Lkw hier für eine Minderung sorgen kann, soll in Rahmen dieses Projektes ermittelt werden.

 

Scania-Lkw mit Hybridantrieb auf drei Erprobungsstrecken in Deutschland

Sowohl Siemens als auch Scania erproben die elektrische Energieversorgung des Güterverkehrs bereits. Nun kommt diese Technologie sukzessive im Rahmen eines auf drei Jahre angelegten Forschungsprojektes auf öffentliche deutsche Straßen.

Dabei werden zwei Scania-Lkw mit unterschiedlich stark elektrifiziertem Hybridantrieb auf drei unterschiedlichen Erprobungsstrecken in Deutschland zu Testfahrten unterwegs sein.

Ab Beginn des Jahres 2019 soll das erste Fahrzeug zeitweise auf Teilstrecken der A5 südlich von Frankfurt im öffentlichen Straßenverkehr fahren, später dann auch auf den Teilstrecken der Autobahn A1 bei Lübeck und auf der Bundesstraße B442 bei Gaggenau, sobald die Oberleitungsinfrastrukturen dort fertig gestellt sind. Dieses Forschungsvorhaben stellt die Vorstufe zu einem im größeren Rahmen geplanten realen Feldversuch dar.

 

Weniger CO2-Emissionen durch Elektrifizierung

„Wir erwarten aus dem Projekt aufschlussreiche Erkenntnisse zum Einsparpotential von CO2-Emissionen durch Elektrifizierung und zum notwendigen Energiebedarf der Lkw. Diese werden in die Entwicklung von zukünftigen Generationen von E-Antrieben und dem zugehörigen Energiemanagement einfließen“, sagt Dr. Axel Heinrich, Leiter der Konzernforschung der Volkswagen AG.

 

"Das eHighway System ist eine wirtschaftliche und nachhaltige Option zur Dekarbonisierung des Straßengüterverkehrs. Auf dem Weg dorthin sind die Feldversuche in Deutschland ein wichtiger nächster Schritt“, ergänzt Roland Edel, Technologiechef der Division Mobility bei Siemens.

"Neben den elektrischen Antriebskomponenten ist der intelligente Stromabnehmer (Pantograph) die wesentliche Schlüsselkomponente. Dieser stellt die Verbindung zwischen der Infrastruktur entlang der Straße und dem Fahrzeug her. Durch die effiziente konduktive Energieübertragung zum Fahrzeug ist ein Wirkungsgrad von mehr als 80 Prozent möglich.“

„Für Scania ist die Elektrifizierung von Straßen für den Güterfernverkehr eine vielversprechende Technologie für ein nachhaltiges Transportsystem der Zukunft. Die Elektrifizierung von Fahrzeugen entwickelt sich sehr schnell. Mit ihren Vorteilen bei der Umweltfreundlichkeit, sozialer Akzeptanz und bei den Kosten wird sie eine wichtige Rolle bei der Verwirklichung eines Transportsystems ohne Nutzung von fossilen Brennstoffen spielen“, betont Claes Erixon, Leiter der Forschung und Entwicklung bei Scania.

 

 

Volkswagen. Bild: Siemens

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