· 

IEA-Bericht zur Elektromobilität rechnet bis 2030 mit 125 Millionen Elektro-Autos weltweit

Im New Policies-Szenario der IEA, das die aktuelle und geplante Politik berücksichtigt, wird die Zahl der Elektro-Autos bis 2030 auf 125 Millionen Einheiten geschätzt.
Im New Policies-Szenario der IEA, das die aktuelle und geplante Politik berücksichtigt, wird die Zahl der Elektro-Autos bis 2030 auf 125 Millionen Einheiten geschätzt.

Im Jahr 2017 waren weltweit mehr als drei Millionen Elektro- und Plug-in-Hybridautos auf den Straßen, eine Steigerung um 54% gegenüber 2016, so die neueste Ausgabe des „Global Electric Vehicles Outlook“ der Internationalen Energieagentur (IEA).

 

In Zukunft dürften Fördermaßnahmen und Kostensenkungen zu einem weiteren deutlichen Wachstum des Elektromobilitäts-Marktes führen. Im New Policies-Szenario der IEA, das die aktuelle und geplante Politik berücksichtigt, wird die Zahl der Elektroautos bis 2030 auf 125 Millionen Einheiten geschätzt. Sollten die politischen Ambitionen weiter steigen, um die Klimaziele und andere Nachhaltigkeitsziele wie im EV30@30-Szenario zu erreichen, könnte die Zahl der Elektro-Autos im Jahr 2030 bis zu 220 Millionen betragen.

 

 

China ist größter Elektroauto-Markt der Welt; Norwegen führt hinsichtlich des Marktanteils von E-Autos

 

China blieb mit Abstand der größte Elektroauto-Markt der Welt. Dort wurden im vergangenen fast 580.000 Elektro-Autos verkauft, 72% mehr als im Vorjahr. Die Vereinigten Staaten erreichten mit rund 280.000 E-Autos im Jahr 2017 den zweithöchsten Wert, gegenüber 160.000 im Jahr 2016.

 

Die nordischen Länder bleiben hinsichtlich der Marktanteile von E-Fahrzeugen vorne. Auf Elektro-Autos entfielen 39% des Neuwagenabsatzes in Norwegen, der weltweit höchste Anteil. In Island betrug der Anteil neuer Elektro-Autos am Gesamtabsatz 12%, während er in Schweden 6% erreichte.

Auch Deutschland und Japan verzeichneten ein starkes Wachstum, wobei sich der Umsatz in beiden Ländern gegenüber dem Niveau von 2016 mehr als verdoppelte.

 

Die Elektrifizierung dieser Verkehrsträger wurde fast ausschließlich von China vorangetrieben, das mehr als 99% des Elektrobus- und Zweiradbestandes ausmacht, aber auch die Zulassungen in Europa und Indien wachsen.

 

 

Weltweit rund 430.000 öffentliche Ladestationen

 

Auch die Ladeinfrastruktur hält Schritt. Im Jahr 2017 wurde die Zahl der privaten Ladestationen weltweit auf fast 3 Millionen geschätzt. Darüber hinaus gab es 2017 weltweit rund 430.000 öffentlich zugängliche Ladestationen, davon ein Viertel Schnellladegeräte. Schnellladegeräte sind besonders in dicht besiedelten Städten wichtig und tragen wesentlich dazu bei, die Attraktivität von Elektrofahrzeugen zu steigern, indem sie Langstrecken ermöglichen.

 

Das Wachstum der Elektromobilität wurde vor allem durch die Politik vorangetrieben, einschließlich öffentlicher Beschaffungsprogramme, finanzieller Anreize zur Senkung der Anschaffungskosten von E-Autos, verschärfter Kraftstoffverbrauchsstandards und Vorschriften für die Schadstoffemissionen.

 

 

Weitere Kostensenkungen und Leistungssteigerung bei den Batterien nötig

 

Die schnelle Einführung von Elektroautos wurde auch durch die in den letzten Jahren erzielten Fortschritte bei der der Leistung und der Senkung der Kosten von Lithium-Ionen-Batterien unterstützt. Um die Attraktivität von E-Fahrzeugen zu erhöhen, seien jedoch weitere Kostensenkungen und Leistungssteigerungen bei den Batterien unerlässlich, so die IEA.

Diese könnten mit einer Kombination aus verbesserter Chemie, erhöhtem Produktionsvolumen und höheren Batteriekapazitäten erreicht werden, so der Bericht. Weitere Verbesserungen seien mit dem Übergang zu Technologien jenseits von Lithium-Ionen möglich.

 

Innovationen in der Batteriechemie seien ebenfalls notwendig, um das Wachstum aufrechtzuerhalten, da es Versorgungsprobleme mit Kernelementen von Lithium-Ionen-Batterien wie Nickel, Lithium und Kobalt gebe. Die Versorgung mit Kobalt sei besonders risikobehaftet, da fast 60 % der weltweiten Kobaltproduktion derzeit in der Demokratischen Republik Kongo konzentriert sind.

 

Darüber hinaus sei die Kapazität zur Aufbereitung und Verarbeitung von Rohkobalt stark konzentriert, wobei China 90 % der Raffineriekapazität kontrolliere. Selbst unter Berücksichtigung der laufenden Entwicklungen in der Batteriechemie werde der Kobaltbedarf für E-Fahrzeuge bis 2030 voraussichtlich um das 10- bis 25-fache über dem heutigen Niveau liegen.

 

Der jüngste IEA-Fortschrittsbericht "Tracking Clean Energy Progress" zeigt, dass Elektrofahrzeuge eine der vier von 38 Technologien sind, die auf dem besten Weg sind, langfristige Nachhaltigkeitsziele zu erreichen.

 

Weitere Informationen:
Die wichtigsten Ergebnisse des Global EV Outlook 2018

 

 

IEA

Kommentar schreiben

Kommentare: 0