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Forschungsprojekt mit autonom fahrenden Elektro-Bussen startet in der Hamburger HafenCity

So wird der autonome Elektro-Kleinbus des Projekts HEAT aussehen.
So wird der autonome Elektro-Kleinbus des Projekts HEAT aussehen. ©IAV GmbH

Im Rahmen des Forschungs- und Entwicklungsprojektes HEAT (Hamburg Electric Autonomous Transportation) soll die Integration autonom fahrender elektrischer Kleinbusse in den realen Stadtverkehr untersucht, entwickelt, getestet und umgesetzt werden.

Dies bedeutet, dass die Fahrzeuge mit bis zu 50 km/h unterwegs sein werden. Ein solches Vorhaben werde weltweit Maßstäbe setzen, betonen die Projektpartner.

 

 

 

Autonom fahrende Kleinbusse für den öffentlichen Nahverkehr

 

Neben dem eigens für dieses Projekt entwickelten Fahrzeug stehen vor allem Fragen nach der verkehrs- und informationstechnischen Infrastruktur, der digitalen Leittechnik und den technischen Schnittstellen im Fokus des Vorhabens.

 

Wichtigstes Projektziel ist der Nachweis, dass die autonom fahrenden Kleinbusse im öffentlichen Nahverkehr eingesetzt werden können. Die Erprobungsstrecke für die emissionsfreien Elektrobusse liegt in Hamburgs HafenCity in unmittelbarer Nähe zur Elbphilharmonie. Im Rahmen einer Pressekonferenz erfolgte am 01.06.2018 der offizielle Startschuss für das Projekt durch die beteiligten Partner.

Wesentliches Kennzeichen des HEAT-Projektes ist ein stufenweises Vorgehen.

 

In der ersten Phase ab Frühjahr 2019 soll es auf einer festgelegten Strecke einen Testbetrieb ohne Fahrgäste und mit einem professionellen Fahrzeugbegleiter geben, der bei Bedarf unmittelbar eingreifen kann. In der nächsten Phase sollen dann auch erstmals Fahrgäste mitgenommen werden. Weiterhin wird ein Fahrzeugbegleiter an Bord sein. Bis 2021 soll dann ein komplett autonomer Betrieb (ohne Fahrzeugbegleiter) erfolgen.

 

 

Automatisiertes Shuttle mit Elektroantrieb

 

"Seit mehr als 15 Jahren treibt IAV die technische Entwicklung autonomer Fahrzeuge voran und hat schon mehrfach seine führende Rolle auf diesem Gebiet demonstriert“, erklärt Udo Wehner, Bereichsleiter Vehicle Integrated Function bei IAV. „Unsere Erfahrungen bringen wir nun gemeinsam mit unseren Partnern im Rahmen des HEAT-Projektes auf die Hamburger Straßen. Hierbei wird ein neu entwickeltes, automatisiertes Shuttle mit Elektroantrieb zum Einsatz kommen, mit dem wir eine Antwort auf die Frage nach Fahrzeugkonzepten für umweltschonende und nachhaltige Mobilität geben."

 

Der von IAV entwickelte Kleinbus ist etwa 5 Meter lang, 2 Meter breit, 2,6 Meter hoch und wiegt rund 4 Tonnen. Im Fahrzeug finden maximal sechzehn Fahrgäste Platz. Zehn Sitzplätze (zwei Sitzbänke mit je vier Plätzen und eine klappbare Sitzbank mit zwei Plätzen) wird es geben. Der Kleinbus ist zudem mit einer Rampe ausgerüstet, sodass ein Rollstuhl im Bedarfsfall mitgenommen werden kann.

 

 

Aufladung der Batterien für den Elektroantrieb bei Vattenfall

 

Das erste Fahrzeug soll voraussichtlich noch in diesem Jahr nach Hamburg kommen. Insgesamt sind für das Forschungs- und Entwicklungsprojekt drei Fahrzeuge geplant. Die Aufladung der Batterien für den Elektroantrieb soll bei Vattenfall in der HafenCity erfolgen.

 

 

Kameras, Radar, Lidar und Sensorik

 

Für die Integration in den realen Straßenverkehr und die dafür notwendige Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h ist neben der Ausstattung des Fahrzeugs mit Kameras, Radar und Lidar auch eine Ausrüstung der Strecke mit zusätzlicher Infrastruktur (aktive und passive Sensorik) notwendig. Hierzu wird die Strecke mit Sensorikelementen und digitalen Kommunikationssystemen ausgestattet.

 

Zusätzlich erfolgt eine Überwachung des Betriebes über die Leitstelle der HOCHBAHN, die in Abhängigkeit von der jeweiligen Verkehrssituation dem Fahrzeug entsprechende Fahrbefehle geben kann. Fahrzeug, Infrastruktur und Leitstelle bilden das Gesamtsystem ab, das für hohe Sicherheit und Verfügbarkeit des autonomen Betriebs sorgen soll.

 

 

Autonom fahrende Elektrofahrzeuge sollen die Mobilität revolutionieren

 

"Gemeinsam mit den Partnern konzipieren wir den öffentlichen Nahverkehr von morgen. Autonom fahrende Elektrofahrzeuge spielen dabei eine entscheidende Rolle, denn sie werden die Mobilität revolutionieren“, sagt Manfred Fuhg, Leiter Mobility Division Siemens Deutschland. Siemens übernimmt im Rahmen des HEAT-Projekts die straßenseitige Infrastruktur, Softwarelösungen und die Integration von autonomen Fahrzeugen. Der Verkehr wird soweit optimiert, dass aus öffentlichem Nahverkehr individueller öffentlicher Nahverkehr wird."

 

Die Teststrecke in der Hamburger HafenCity wird insgesamt 3,6 Kilometer lang sein und neun Haltestellen umfassen. Sechs bestehende Haltestellen werden angefahren, drei Haltestellen neu eingerichtet. Der Testbetrieb ist bewusst stufenweise angelegt, um auf den einzelnen Stufen Erfahrungen zu sammeln und darauf aufbauend sukzessive die Strecke zu verlängern, den Automatisierungsgrad zu erhöhen und die Geschwindigkeit zu steigern.

In der Endausbaustufe soll die Strecke über 12 Ampeln führen und das Fahrzeug muss acht Richtungswechsel vollziehen. Der Umfang und die stufenweise Entwicklung des Testbetriebs werden dabei so ausgerichtet, dass stets eine höchstmögliche Sicherheit gewährleistet ist, wie sie der Zulassungsprozess vorschreiben wird, so die Partner.



 

Hamburger Hochbahn AG

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