· 

Flughafen München erprobt Induktives Laden von Elektro-Fahrzeugen

Induktives Elektro-Ladesystem von INTIS am Flughafen München.
Induktives Elektro-Ladesystem von INTIS am Flughafen München.

Der Flughafen München soll Deutschlands erster CO2-neutral betriebener Airport werden. Die Elektrifizierung der Transportsysteme soll hierfür einen Beitrag leisten. Seit einem Jahr werde induktive Ladetechnik am Flughafen erfolgreich erprobt.

 

Die Flughafen München Gesellschaft (FMG) setzt auf das induktive Ladesystem der INTIS GmbH (Hamburg), einer Tochter des Ottobrunner Technologiedienstleisters IABG mbH, mit Sitz in Lathen.

 

Im Rahmen eines Demonstrationsprojektes wurde ein elektrisches Gepäckschleppfahrzeug mit berührungsloser Ladetechnik ausgestattet. Die Inbetriebnahme erfolgte im Februar 2017.

 

Nach knapp 1,5 Jahren Betrieb sei die Alltagstauglichkeit der induktiven Energieübertragung in diesem konkreten Arbeitsumfeld nachgewiesen worden. Die erwarteten Vorteile im Vergleich zum Laden mit Kabeln seien bestätigt worden, auch Funktion und Zuverlässigkeit der Technik hätten den Auftraggeber überzeugt, so die INTIS GmbH.

 

 

Elektro-Laden ohne Kabel

 

Beim induktiven Laden werden die Elektro-Fahrzeuge nicht mehr per Ladekabel, sondern berührungsfrei mit Strom zu versorgt. Dies wird mit Spulen realisiert, die einerseits in der Straße und andererseits am Unterboden des Elektro-Fahrzeugs angeordnet sind. Ein Ladekabel wird nicht mehr benötigt, die Energieübertragung erfolgt über den Luftspalt zwischen den beiden Spulen. Die Effizienz der Energieübertragung sei mit der Effizienz kabelgebundener Ladesysteme vergleichbar.

Der gesamte Ladevorgang geschieht automatisch, sobald sich ein entsprechend ausgerüstetes Fahrzeug über der im Boden eingelassenen Spule befindet. Die straßenseitige Übertragungsspule ist so in den Boden integrierbar, dass ihre Überfahrt kein Hindernis darstellt.

 

Somit lässt sich die Technik auch in vielbefahrenen Straßenbereichen unterbringen, ohne den Verkehrsfluss zu beeinträchtigen. In Ruhezeiten dient die Straße dem Nachladen, zusätzliche Ladeflächen werden nicht benötigt und eigene Anfahrwege und -zeiten zur Ladestation entfallen.

Die Induktivladetechnik ist gegenüber dem elektrischen Laden mittels Stromkabel von Vorteil, wenn - wie im konkreten Anwendungsfall am Flughafen - das Nachladen der Fahrzeugbatterie besonders häufig erfolgen kann, zum Beispiel in den Pausenzeiten der Fahrer.

 

Dadurch kann die Speicherkapazität der Batterien reduziert werden, ohne dass dies zu verminderter Tagesleistung (Reichweite) führt. Weitere Vorteile ergeben sich immer dann, wenn eine Ladeinfrastruktur den Normalbetrieb stört, wie etwa in Logistikhallen. Auch bei Anwendungen, wo schnellstmögliches und automatisches Zwischenladen erforderlich ist, ohne dass der Mensch tätig wird, hat das induktive Laden die Nase vorn. Ein Beispiel hierfür ist der Einsatz autonomer Fahrzeuge.

 

Die Ergebnisse aus dem Demonstrationsprojekt fließen in die bei INTIS nun anstehende Serienvorbereitung der Technik ein. Ralf Effenberger, Geschäftsführer der INTIS GmbH, blickt optimistisch in die Zukunft: "Wir sind davon überzeugt, dass das induktive Laden die Elektrifizierung von Transportsystemen an Flughäfen, aber auch in anderen Industrieanwendungen, weiter voranbringen und eine maßgebliche Reduzierung des CO2-Footprints bei den Anwendern ermöglichen wird".

 

 

INTIS GmbH

Kommentar schreiben

Kommentare: 0