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Studie: Autonomes Fahren ist kostengünstiger, zuverlässiger, sicherer und umweltfreundlicher

Autonomer Kleinbus in Bad Birnbach, Oktober 2017: Bildquelle: Easymile; Richard Huber; commons.wikimedia.org.
Autonomer Kleinbus in Bad Birnbach, Oktober 2017: Bildquelle: Easymile; Richard Huber; commons.wikimedia.org.

Eine vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) beauftragte Studie zeigt, dass automatisiertes und am Ende der Entwicklung autonomes Fahren nicht nur der Logistikbranche, sondern allen Unternehmen spürbare Vorteile bringt.

 

"Der Straßenverkehr wird kostengünstiger, zuverlässiger, sicherer und umweltfreundlicher", fasst DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben die Ergebnisse der KE-Consult-Untersuchung "Autonomes Fahren" zusammen.

 

"Touren können optimiert, Waren schneller und pünktlicher zum Kunden gebracht werden."

Der DIHK plädiere deshalb dafür, die Technologie zügig voranzutreiben.

 

 

Wirtschaft braucht die Unterstützung der Politik

 

"Deutschland hat das Know-how, um bei der Entwicklung und Einführung dieser neuen Technik eine Führungsposition einzunehmen", betont Wansleben. "Allerdings braucht die Wirtschaft hierfür die Unterstützung der Politik bei den Rahmenbedingungen – beispielsweise über eine Anpassung der Straßenverkehrsordnung."

 

Der Analyse zufolge lassen sich die Nutzungskapazitäten auf deutschen Autobahnen durch automatisiertes beziehungsweise autonomes Fahren um zehn Prozent steigern, an Verkehrsknoten sogar verdoppeln.

"Das trägt – zusammen mit dem Ausbau des Verkehrsnetzes – dazu bei, Staus zu vermeiden", erläuterte der DIHK-Hauptgeschäftsführer.

 

Auch das Bild des Berufskraftfahrers werde sich wandeln, prophezeite er. "Da sich der Prozess hin zum vollautonomen Fahren aber noch über viele Jahre hinziehen wird, bleiben Berufskraftfahrer in den kommenden Jahrzehnten weiterhin wichtige Fachkräfte."

 

 

Studie erwartet bis 2030 positive volkswirtschaftliche Effekte von rund 8 Milliarden Euro jährlich

 

Selbst bei "sehr vorsichtiger Schätzung" verspreche die Studie für die deutsche Volkswirtschaft bis 2030 positive Effekte von rund 8 Milliarden Euro jährlich aus der neuen Technologie; langfristig sei bei weiteren Fortschritten mit Kostensenkungen von mindestens 15 Milliarden Euro pro Jahr zu rechnen.

"Das entspricht etwa der Summe, die Wirtschaft und Bürger jährlich für KFZ-Steuer und LKW-Maut zu zahlen haben", rechnet Wansleben vor.

 

"Die CO2-Emissionen verringern sich dabei zugleich um 6,2 Millionen Tonnen. Dies entspricht den CO2-Emissionen einer Großstadt mit 700.000 Einwohnern."

 

 

Neue Perspektiven für dünn besiedelte ländliche Räume

 

Zudem werde autonomes Fahrens noch weitere positive Wirkungen haben, fuhr der DIHK-Hauptgeschäftsführer fort. Etwa ergäben sich für dünn besiedelte ländliche Räume neue Perspektiven: "Durch die verbesserte Mobilität erhöht sich die Attraktivität dieser Regionen als Wirtschaftsstandort. Dadurch sinkt auch der Druck auf die Ballungsräume", so Wansleben.

 

In den Städten müssten weniger wertvolle Innenstadtflächen für parkende PKW vorgehalten werden. "Diese Flächen können künftig anders, beispielsweise für Gewerbe, genutzt werden."

Die Ergebnisse der KE-Consult-Studie können in einer Lang- und Kurzfassung heruntergeladen werden.

 

 

DIHK

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