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Experten erwarten bis 2025 beispiellosen Nachfrageanstieg bei Lithium

Lithium zum Schutz vor Oxidation in Paraffin; Foto: Wikipedia
Lithium zum Schutz vor Oxidation in Paraffin; Foto: Wikipedia

Einem Bericht des Metal Bulletin (London, UK) zufolge, wird die Nutzung von Lithium-Ionen-Batterien bis 2025 um das Siebenfache steigen.

Vor allem sinkende Kosten aber auch Subventionen und Kaufanreize in vielen Ländern (insbesondere China), die den Kauf von Elektro-Autos erleichtern sollen, dürften dann die Nachfrage explodieren lassen, heißt es in einer am 13.08.2018 veröffentlichten Analyse.

 

Demnach wird die Nachfrage nach Lithium-Batterien 2025 bei 650 GWh liegen nach nur 70 GWh im vergangenen Jahr. Auch die Notwendigkeit, mit Windenergie und Photovoltaik erzeugten Strom zu speichern, werde die Nachfrage befeuern, erklärte Metal Bulletin.

 

Wie die Experten zudem ausführen, seien die Kosten für Batteriepackungen dieses Jahr auf rund 200 USD pro kWh gefallen, nachdem sie noch 2010 rund 1.000 USD pro kWh kosteten. Die Kosten für einzelne Batteriezellen sollten demnach schon dieses Jahr auf 100 USD pro kWh sinken und Batteriepackungen dieses Niveau 2020 erreichen.

 

 

Elektro-Autos und Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren bei 100 USD pro kWh für eine Batteriepackung auf ähnlichem Preisniveau

 

Und bei 100 USD pro kWh für eine Batteriepackung seien die Kosten von Elektro-Fahrzeugen und Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren auf einem ähnlichen Niveau angelangt. Metal Bulletin allerdings geht davon aus, dass viele Verbraucher Elektro-Autos schon vor Erreichen dieses Meilensteins als Statussymbol sehen werden und warnt, dass das Rohstoffangebot möglicherweise nicht rechtzeitig hochgefahren werden kann.

Denn in der Regel brauche es sieben bis zehn Jahre, bis eine komplett neue Mine in Produktion gehen könne, sodass die Notwendigkeit, die aktuelle Lithiumproduktion zu verdoppeln, verdreifachen oder gar zu vervierfachen in diesem Zeitraum eine große Herausforderung darstelle.

Und der Preis für die Batterierohstoffe müsse hoch bleiben, damit die massiven Investitionen, die nötig seien, um rechtzeitig neues Angebot auf den Lithiummarkt zu bringen, auch getätigt würden.

 

 

Angebotsüberschuss für 2018 und 2019 erwartet

 

Allerdings sei eine Antwort auf den Nachfrageschock, der Ende 2015 aus China kam, als Peking seinen Fünfjahresplan veröffentlichte, der vorsieht, bis 2020 2 Millionen Elektromobile auf die Straße zu bringen, bereits im Gange, betont das Portal Goldinvest.de.

Und zwar sowohl bei Lithium als auch bei Kobalt, das ebenfalls benötigt wird, um Lithium-Ionen-Batterien herzustellen. Die großen Batterie- und Automobilproduzenten jedenfalls beeilen sich, weitere Kapazitäten aufzubauen.

 

Mehrere neue Lithiumprojekte seien mittlerweile in Produktion gegangen oder diesem Ziel zumindest nähergekommen, während gleichzeitig die traditionellen Lieferanten, vor allem Südamerika und Australien, ihren Ausstoß stetig erhöhten. Die Metal Bulletin-Experten gehen deshalb davon aus, dass der Lithiummarkt 2018 einen Überschuss von 7.000 Tonne ausbilden wird, der 2019 dann auf 29.000 Tonnen steigen dürfte.

Auch bei Kobalt werde ein Überangebot erwartet, das 2018 bei 4.000 und 2019 bei 9.000 Tonnen liegen soll.

 

„Die Ironie daran ist, dass dies wahrscheinlich die Preise zu einer Zeit dämpfen wird, in der die Produzenten eigentlich investieren müssen, um in sieben bis zehn Jahren neues Lithiumangebot auf den Markt bringen zu können, wenn die Experten einen beispiellosen Anstieg der Nachfrage nach Lithiumbatterien erwarten“, kommentiert Goldinvest. Denn dann, so Metal Bulletin, sollten Elektro-Fahrzeuge günstiger sein als Autos mit Verbrennungsmotor.

 

 

 

GOLDINVEST Consulting GmbH

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