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AXA-Crashtests zeigen Risiken für Fahrer von E-Bikes und Pedelecs

"Die Zunahme an Zweirädern und E-Bikes in der Stadt erfordert ein Überdenken der Infrastruktur“, sagt Bettina Zahnd, Leiterin Unfallforschung & Prävention bei AXA Schweiz.
"Die Zunahme an Zweirädern und E-Bikes in der Stadt erfordert ein Überdenken der Infrastruktur“, sagt Bettina Zahnd, Leiterin Unfallforschung & Prävention bei AXA Schweiz.

Mit Crashtests in Dübendorf (Schweiz) zeigen Unfallforscher des Versicherungsunternehmens AXA, welche Risiken Bike-Sharing und E-Bikes mit sich bringen.

 

Bei einem Test überholt beispielsweise ein Lasten-E-Bike mit 45 km/h ein herkömmliches Fahrrad. Dabei kollidiert es frontal mit einem entgegenkommenden Personenwagen. Wie riskant ein solches Manöver sein kann, veranschaulicht der Crashversuch - für den E-Bike-Fahrer hätte ein solcher Zusammenstoß schwere bis tödliche Verletzungen zur Folge.

 

 

E-Bike-Unfälle nehmen weiter zu - mit gravierenden Folgen

 

"Da E-Bikes schneller unterwegs sind als herkömmliche Fahrräder, kommt es immer öfter zu Überholmanövern. Allerdings fehlt dafür meist der Platz - gerade in der Stadt", sagt Bettina Zahnd, Leiterin Unfallforschung & Prävention bei AXA Schweiz.

 

Während der Autoverkehr immer sicherer wird und jährlich weniger Insassen verletzt werden, nehmen Unfälle mit Zweirädern stetig zu. Laut dem Bundesamt für Straßen (ASTRA) hat in der Schweiz die Zahl der Unfälle mit Personenschaden seit 2013 bei Fahrrädern um 13 Prozent zugenommen, bei E-Bikes sogar um mehr als 130 Prozent.

 

In Deutschland ist laut Statistischem Bundesamt die Zahl der Radfahrer-Unfälle mit Todesfolge von 354 (2013) auf 393 (2016) gestiegen. 2016 sind 364 Fahrer von E-Bikes und 3.167 Fahrer von Pedelecs verunglückt (Unfälle mit Beteiligung von Radfahrern insgesamt 2016: 81 272).

Zu den häufigsten Unfallursachen bei Fahrradunfällen (inklusive Pedelecs) zählt eine nicht angepasste Geschwindigkeit. Zweirad-Unfälle haben oft schwere Verletzungen zur Folge, da der Fahrer, wenn überhaupt, meist nur durch einen Helm geschützt ist. Verletzen sich bei E-Bike-Unfällen überdurchschnittlich oft ältere Personen, trifft es bei Fahrradunfällen oftmals junge Menschen.

 

 

Zweirad-Infrastruktur verbessern

 

Wie eine Umfrage von AXA bei 1.000 Schweizerinnen und Schweizern zeigt, nutzen 27 Prozent der 18- bis 34-Jährigen das Fahrrad täglich oder mehrmals in der Woche als Verkehrsmittel - und dies überwiegend im Stadtverkehr.

 

"Die Zunahme an Zweirädern und E-Bikes in der Stadt erfordert ein Überdenken der Infrastruktur. Für die Stadt der Zukunft benötigen wir breitere und wo immer möglich separate Fahrstreifen, die das gegenseitige Überholen von Zweirädern mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten zulassen", sagt Bettina Zahnd.

 

Ein weiteres Risiko sei die Geschwindigkeit der E-Bikes. Mehr als 45 Prozent der befragten E-Bike-Fahrer geben an, dass andere Verkehrsteilnehmer ihre Geschwindigkeit nicht richtig einschätzen können.

 

"Autofahrer müssen sich daran gewöhnen, dass Fahrrad nicht gleich Fahrrad ist", sagt Bettina Zahnd. Zudem sei es im Hinblick auf die zunehmende Verbreitung von geteilten E-Bikes in den Städten wichtig, auch die - teils ungeübten - E-Bike-Fahrer zu sensibilisieren.

"Oft ist sich ein E-Bike-Fahrer selber gar nicht bewusst, wie schnell er unterwegs ist. Wir empfehlen daher die standardmäßige Installation von Tachos an E-Bikes, insbesondere bei den schnellen Modellen", so Zahnd.

 

Für Fahrräder, E-Bikes und andere Ein- bis Zweiräder fordert AXA separate, von der Straße und von Fußwegen abgetrennte Fahrspuren sowie breitere Fahrstreifen, so dass schnelle E-Bikes langsamere Zweiräder überholen können.

 

Für schnelle E-Bikes empfiehlt die Versicherung standardmäßige Tachos, damit der Fahrer stets weiß, wie schnell er unterwegs ist und sein Tempo den Straßenverhältnissen und der Höchstgeschwindigkeit anpassen kann.

 

 

Weitere Informationen: Gratis Download von Fotos und High-Speed Videos der Crashs (Zugang über FTP-Server: http://axaftp.screenpro.ch/ Host: backup01.serverbase.ch; Benutzername: axa_dl; Passwort: screenpro.

 

 

AXA Konzern AG

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