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Einsatz von Lastenrädern in Greifswald wird wissenschaftlich untersucht

Lastenfahrrad im Einsatz. Magnus Schult Universität Greifswald
Lastenfahrrad im Einsatz. Magnus Schult Universität Greifswald

In den kommenden drei Jahren wird in Greifswald der Einsatz von Lastenrädern untersucht. Das Institut für Geographie und Geologie der Universität Greifswald übernimmt die wissenschaftlichen Analysen.

Die Verwaltung der Universitäts- und Hansestadt begleitet das Pilotprojekt. Die Untersuchung findet im Rahmen des von der EU geförderten Projektes „CoBiUM-Cargo bikes in urban mobility“ statt.

Die Einsatzmöglichkeiten von Lastenrädern sind in großen Städten gut erprobt. Wie Lastenräder auch in mittelgroßen Städten wie Greifswald eine sinnvolle Ergänzung der bestehenden Transportlogistik sein können, untersucht CoBiUM nach. Beteiligt sind drei weitere Städte des südlichen Ostseeraums, Växjö in Schweden, Gdynia und Słupsk in Polen.

 

Testfahrräder für Stadtverwaltung und Universitätsrechenzentrum


„Mit dem Projekt soll ermittelt werden, ob es auch in Greifswald – als Stadt der kurzen Wege – möglich ist, motorisierte gewerbliche oder private Fahrten zu ersetzen. Dazu wird auch ein Lastenfahrrad in der Stadtverwaltung getestet. Sollte es sich bewähren, könnte der Einsatz von Lastenrädern auch Bestandteil unseres Fuhrparkmanagements werden, das derzeit erarbeitet wird“, so die Bausenatorin der Universitäts- und Hansestadt Greifswald, Jeannette von Busse.

Die beiden ersten Testfahrräder in Greifswald werden zunächst in der Stadtverwaltung sowie vom Universitätsrechenzentrum eingesetzt. Im kommenden Jahr sollen weitere Lastenräder in anderen Bereichen zum Einsatz kommen.



Bereitschaft, ein Pedelec zu benutzen, bei Entfernungen von 15 bis 20 Kilometern am höchsten

CoBiUM zielt darauf ab, die Zahl der mit fossilen Brennstoffen betriebenen Fahrzeuge in den beteiligten Städten zu reduzieren, indem Frachtfahrräder als Transportalternative gefördert werden. Bei Entfernungen von bis zu fünf Kilometern ist die Bereitschaft der Menschen, ein traditionelles Fahrrad zu benutzen, am höchsten. Bei hybridangetriebenen Fahrrädern, also Pedelecs, beträgt diese Distanz sogar 15 bis 20 Kilometer.

„Wir gehen davon aus, dass sich diese Zahlen für Lastenräder nicht unterscheiden; das Problem ist eher, dass Lastenfahrräder noch nicht so bekannt sind und nicht für den gewöhnlichen Gebrauch in Betracht gezogen werden“, so der Projektleiter Prof. i.R. Dr. Wilhelm Steingrube.

Durch Pilotanwendungen, Kommunikation und Kampagnen soll CoBiUM den Wissenstand zu Lastenfahrrädern verbessern und deren Nutzung befördern.

 

Autoverkehr und Parkdruck in Städten reduzieren

Das Projekt soll die beteiligten Kommunen bei der Integration von Lastenrädern in ihre städtischen Mobilitätskonzepte unterstützen. Es stehen drei Aspekte im Fokus: private Nutzer, kommunale Dienstleistungen und Geschäftslogistik. Übergeordnetes Ziel ist, einen Beitrag zu liefern, um den Autoverkehr und den Parkdruck in Städten zu reduzieren, Straßen zu entlasten, sie sicherer zu machen sowie Luftverschmutzung und Lärmemissionen zu reduzieren. In der Konsequenz führt dies zu einer Verbesserung der Lebensqualität und Reduzierung von Treibhausgasemissionen. 

Partner des Projektes CoBiUM sind neben den drei oben genannten Städten und der Universität Greifswald noch die Energieagentur Energy Agency for Southeast Sweden sowie der Danish Cycling Tourism. Insgesamt stehen für die Förderlaufzeit rund 1,5 Millionen Euro aus dem Programm Interreg South Baltic zur Verfügung.

Universität Greifswald

Weitere Informationen:

 

http://www.southbaltic.eu/-/cobium-cargo-bikes-in-urban-mobili-1 - CoBiUM

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