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PortLiner und H2-Industries wollen Binnenschifffahrt mit vollelektrischen Lastschiffen ermöglichen

PortLiner will elektrische Frachtschiffe auf Basis einer Wasserstoff-Stromspeichertechnik bauen .Quelle: "obs/H2 Industries SE/Omega Architects"
PortLiner will elektrische Frachtschiffe auf Basis einer Wasserstoff-Stromspeichertechnik bauen .Quelle: "obs/H2 Industries SE/Omega Architects"

Die Unternehmen PortLiner und H2-Industries wollen die ersten vollelektrischen Binnenschiffe auf Basis einer Wasserstoff-Stromspeichertechnik bauen, berichten die Partner in einer Pressemitteilung. Damit könne der Frachtverkehr auf Flüssen und Kanälen künftig emissionsfrei und nachhaltig erfolgen.

 

Zur internationalen Schifffahrtsmesse SMM in Hamburg haben PortLiner und H2-Industries die Entwicklung und den Bau von voll-elektrischen Transportschiffen auf Basis der LOHC-Stromspeichertechnik (Liquid Organic Hydrogen Carrier) bekanntgegeben.

 

Das niederländische Unternehmen PortLiner wird als exklusiver Partner die LOHC-Technologie von H2-Industries auf Binnenschiffen in Europa einsetzen. Auf Dieselmotoren, die bislang den Antrieb von Schiffen dominieren, könne damit künftig verzichtet werden. CO2- und NOx-Emissionen entfallen vollständig.

 

 

Elektrische Antriebstechnik für alle Arten von Schiffen

 

"Die Zusammenarbeit unserer Unternehmen wird zu einer völlig neuen, vollelektrischen Antriebstechnik für alle Arten von Schiffen führen und nicht nur die Binnenschifffahrt revolutionieren", sagt Ton van Meegen, CEO von PortLiner. Die Vorteile für PortLiner liegen laut PortLiner in der wesentlich höheren Speicherkapazität und Energiedichte der LOHC-Stromspeichertechnik gegenüber herkömmlichen Batterien.

 

 

Wasserstoff kann wie Diesel gelagert und transportiert werden

 

Damit könnten die vollelektrischen Schiffe einige Wochen fahren, bevor das von Wasserstoff entladene LOHC- durch das mit Wasserstoff beladene LOHC+ ausgetauscht werden muss, erklärt PortLiner. Ein enormer Vorteil sei der kurze Tankvorgang, der genauso schnell sei wie bei einem herkömmlichen Dieselschiff.

 

Im ölartigen LOHC wird Wasserstoff chemisch gespeichert und kann anschließend genau wie Diesel gelagert und transportiert werden. LOHC sei effizient, schwer entflammbar und nicht explosiv, auch wenn es mit Wasserstoff beladen ist, heißt es in der Pressemitteilung.

 

Die LOHC-Technologie von H2-Industries ermögliche an Bord den sicheren und effizienten Betrieb der integrierten Brennstoffzellen. Sie wandeln den Wasserstoff, der aus dem LOHC gelöst wird, in Strom um - und den nutzt ein Elektromotor zum Antrieb des Schiffes. Es werden keine CO2- und NOX-Emissionen und kein Feinstaub abgegeben.

 

Ein LOHC-Speicher in Container-Größe von 4 x 20 Fuß kann laut H2-Industries rund zwanzigmal mehr Strom speichern als eine Batterie gleichen Volumens. Für den Betrieb der ersten E-Lastschiffe auf LOHC-Basis sei der Bau einer LOHC-Tankinfrastruktur geplant.

 

Dafür könne herkömmliche Tankstellentechnik verwendet werden, da die LOHC-Technologie damit kompatibel sei. Um den Betrieb des E-Lastschiffes wirklich nachhaltig zu gestalten, werde der Wasserstoff für die Beladung des LOHC ausschließlich mit Hilfe von erneuerbaren Energien produziert.

 

Der Markt für die Elektrifizierung der europäischen Binnenschifffahrt umfasse 15.000 Schiffe, davon 7.300 Frachtschiffe. In Russland seien es 29.000 Schiffe, davon 15.000 Frachtschiffe. China schließlich, der größte Markt, umfasse 195.000 umrüstfähige Schiffe.

 

"CO2-Emissionen müssen schnell und radikal reduziert werden, um unsere Umwelt zu schützen. Unsere LOHC-Technologie ist geeignet, das derzeitige schadstoffbelastete CO2- und NOx-basierte Energiesystem abzulösen", sagt Michael Stusch, Vorstandsvorsitzender von H2-Industries SE.

 

 

H2-Industries SE; Über PortLiner

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