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ADFC Positionspapier: „Geschützte Radfahrstreifen“ ermöglichen Radeln mit Schutz und Komfort

Visualisierung eines geschützten Radfahrstreifens in Berlin
Visualisierung eines geschützten Radfahrstreifens in Berlin

„Protected Bike Lanes“ (PBL) werden immer intensiver diskutiert, vor allem in Städten, die etwas für den Radverkehr tun wollen. Die geschützten Radfahrstreifen sind ein vom ADFC aus Nordamerika importiertes Konzept, mit dem Kommunen schnell und günstig Platz für komfortablen Radverkehr schaffen können.

 

Für einen geschützten Radfahrstreifen wird dem Autoverkehr eine Spur weggenommen und darauf ein mindestens zwei Meter breiter, geschützter Radfahrstreifen angelegt.

 

„Wie man in einer fahrradfeindlichen Großstadt schnell und kostengünstig komfortable Wege für Radfahrerinnen und Radfahrer schafft – das konnten wir uns erstaunlicher Weise mal von den Amerikanern abgucken“ erklärt ADFC-Bundesgeschäftsführer Burkhard Stork.

 

„In New York, Chicago, Seattle und anderen Auto-Städten haben clevere Stadtplaner seit den 2000er Jahren damit begonnen, ganze Autospuren mit grüner Farbe und Pollern für den Radverkehr frei zu machen. Mit riesigem Erfolg: Es gibt jetzt bemerkenswerten Alltags-Radverkehr in US-Großstädten – und der Autoverkehr ist dadurch nicht zusammengebrochen!“

 

 

Geschützte Radfahrstreifen sind günstig und schnell umzusetzen

 

Durch eine aufgemalte Pufferzone von mindestens 85 Zentimetern und eine schnell aufzubringende bauliche Barriere (Poller, Blumenkübel, Betonelemente o.ä.) wird die neue Radspur vor dem Überfahren und Zuparken durch den Autoverkehr geschützt. Vom Fußweg sind PBL meist durch die Bordsteinkante getrennt.

 

In den USA werden die neuen Radspuren in der Regel zusätzlich durch eine Signalfarbe hervorgehoben. Diese Methode besticht dadurch, dass sie im Unterschied zu baulichen Radwegen günstig und schnell umzusetzen – und bei Bedarf schnell weiterentwickelt werden kann.

 

 

Osnabrück hatte die erste PBL, Berlin zieht nach

 

In Osnabrück wurde vor ein paar Tagen die erste Protected Bike Lane auf dem Heger-Tor-Wall eröffnet. Damit hat die niedersächsische Stadt sogar Berlin überholt, das im Rahmen des neuen Mobilitätsgesetzes in großem Stil geschützte Radspuren an Hauptachsen anlegen will. In der Bundeshauptstadt wird gerade die erste Protected Bike Lane auf der Holzmarktstraße eingerichtet – zur großen Begeisterung der Berliner Radfahrerinnen und Radfahrer.

 

 

Radverkehrsanteil stagniert, Fahrrad braucht Platz

 

Obwohl sich die Verkehrspolitik in Bund, Ländern und Kommunen meist lobend zum Fahrrad bekennt, tut sich zu wenig auf der Straße. Der Radverkehrsanteil in Deutschland stagniert seit Jahren bei etwa 11 Prozent. Zum Vergleich: Dänemark hat 16 Prozent – und die Niederlande über 27 Prozent. Das bedeutet: In den Niederlanden wird jeder dritte Weg mit dem Rad zurückgelegt, in Deutschland nur jeder zehnte.

Auch Deutschland könnte dieses Ziel erreichen und damit die Städte von kurzen Autofahrten entlasten – allerdings nur, wenn der Radverkehr mehr Platz und geschützten Raum erhält. Die Präferenz der Radfahrenden für  vom Autoverkehr getrennte Radwege ist aus mehreren Studien bekannt.

Stork: „Protected Bike Lanes sind das Mittel der Wahl, wenn es darum geht, unkompliziert innerstädtische Radwege anzulegen. Keine Raketenwissenschaft, keine Mega-Investitionen, man muss es nur wollen und tun.“

 

Immer mehr Bürgerprotest pro Rad

 

Damit die Politik die geänderten Mobilitätsbedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger endlich ernst nimmt, organisieren sich mit Unterstützung des ADFC immer mehr Bürgerinitiativen pro Rad: Aufbruch Fahrrad in NRW, Radgesetz Bayern, Radentscheid-Initiativen in Berlin, Bamberg, Darmstadt, Frankfurt, Hamburg, Stuttgart und vielen anderen Städten mehr.

 

Mit aufsehenerregenden Aktionen erinnern sie die Politik daran, dass der Radverkehr mehr Platz und Schutz braucht – zuletzt mit einem roten Teppich in Stuttgart und einer Blumen-geschützten Radspur in Dresden.

 

 

ADFC

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