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ADFC: 100.000 Fahrrad-Abstellplätze an deutschen Bahnhöfen sind gut, aber es fehlen Millionen

Fahrradparken am Hauptbahnhof Potsdam © ADFC/Gerhard Westrich
Fahrradparken am Hauptbahnhof Potsdam © ADFC/Gerhard Westrich

Am 15.11.2018 haben die Deutsche Bahn und das Bundesumweltministerium eine Förderoffensive für 100.000 Fahrradabstellplätze an deutschen Bahnhöfen bekannt gegeben. Kommunen können damit auf DB-Flächen einfache Fahrradabstellanlagen einrichten und dafür eine anteilige Finanzierung erhalten.

 

Der Fahrradclub ADFC begrüßt den Impuls, weist aber darauf hin, dass Millionen Fahrradparkplätze an Bahnhöfen fehlen. Vom Bundesverkehrsministerium fordert der ADFC ein 40-Millionen-Investitionsprogramm für Fahrradparkhäuser und Radstationen an Bahnhöfen.

 

 

In Deutschland fehlen Millionen von Fahrradparkplätzen an Bahnhöfen

 

„Dass die Bahn sich jetzt das Fahrradparken vornimmt, nachdem sie es jahrzehntelang links liegen gelassen hat, ist immerhin bemerkenswert“, kommentiert ADFC-Bundesgeschäftsführer Burkhard Stork.

„Die angestrebten 100.000 Fahrradabstellplätze sind aber höchstens zwei Tropfen auf den heißen Stein. In Deutschland fehlen Millionen von Fahrradparkplätzen an Bahnhöfen. Wenn der Bund will, dass die Menschen häufiger das Auto stehenlassen und mit Bahn und Rad zum Ziel kommen, muss er das multimodale Pendeln sehr viel leichter und attraktiver machen!“

 

 

Fahrrad ist natürlicher Partner der Schiene

 

Während in den Niederlanden 46 Prozent der Pendler das Fahrrad als Zubringer zur Bahn benutzen, kombinieren in Deutschland nur sechs Prozent Fahrrad und Bahn. Als Gründe nennt der ADFC schlechte Radwege und fehlende Fahrrad-Parkplätze. An fast allen Bahnhöfen gebe es erhebliche Kapazitätsengpässe beim diebstahlsicheren Abstellen von Fahrrädern. Nur wenige Bahnhöfe verfügen über moderne Radstationen oder diebstahlsichere Fahrradabstellboxen, so der ADFC.

 

 

Vorbild Niederlande

 

Was in den Niederlanden selbstverständlich ist, muss laut ADFC in Deutschland noch reifen: Die Weiterentwicklung von Bahnhöfen zu Mobilitäts-Hubs, in denen die Alternativen zum Privatauto – also Bahn, Carsharing und öffentliche Leihräder - eng und komfortabel miteinander verzahnt sind. Das neu errichtete Fahrradparkhaus in Utrecht beispielsweise warte mit über 12.000 Stellplätzen, einer großen Leihrad-Flotte und einem Komfort auf, den man in Deutschland vergeblich sucht. Deutschlands größtes Fahrradparkhaus in Münster, umfasse rund 3.000 Plätze – und platze aus allen Nähten. Der Berliner Hauptbahnhof verfüge über gar keine Dauer-Parkplätze für Fahrräder.

 

 

Förderprogramm des Bundesumweltministeriums

 

Ab 1. Januar 2019 fördert das Bundesumweltministerium im Rahmen der Kommunalrichtlinie der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) die Errichtung von Fahrradparkhäusern und Fahrradbügeln – nicht nur an Bahnhöfen, sondern auch an anderen Orten in der Stadt. Weitere Informationen unter www.klimaschutz.de/kommunalrichtlinie.

 

 

ADFC

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