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ADFC fordert Versachlichung der Mobilitäts-Debatte: Radverkehr kann mehr zum CO2-Einsparungsziel beitragen, als jede andere diskutierte Einzelmaßnahme

Fahrradfahren in der Stadt. Hier: Friedrichstraße in Berlin. © ADFC/Westrich
Fahrradfahren in der Stadt. Hier: Friedrichstraße in Berlin. © ADFC/Westrich

Die „künstlich aufgebaute Erregung“ über Tempolimit und Spritpreiserhöhung lenke von der eigentlichen Aufgabe der Bundesregierung ab, nämlich eine praktikable Lösung für das Problem zu hoher CO2-Emissionen im Verkehr zu finden, so der Fahrradclub ADFC in einer Pressemitteilung.

 

 

Zur Erreichung des durch das Pariser Klimaabkommen vorgegebenen CO2-Einsparungsziels könne der Radverkehr mehr beitragen, als jede andere diskutierte Einzelmaßnahme, betont der ADFC.

„Es kann doch bitte nicht wahr sein, dass das Vorbildland Deutschland es nicht hinbekommt, seinen Verkehr auf einen intelligenten, sauberen Mix umzustellen. Wenn am Ende alle im E-SUV-Stau stehen, ist keinem geholfen!”, kommentiert ADFC-Bundesgeschäftsführer Burkhard Stork, Mitglied der Expertenkommission Nationale Plattform Neue Mobilität (NPM).

 

Stork sagt: „Die Debatte um die Mobilität der Zukunft darf sich nicht nur um Autos und Techno-Spinnereien drehen. Die Menschen von heute wollen lebenswerte Städte, weniger Stress und Lärm, mehr Bewegung an der frischen Luft, mehr Wahlmöglichkeiten für ihre Mobilität. Wenn unsere Verkehrspolitik diesen Wandel nicht hinbekommt, blamiert sie sich vor der ganzen Welt!“

 

 

13 Millionen Tonnen CO2-Einsparungspotenzial – durch mehr Radverkehr

 

Deutschland müsse, um nicht Milliarden Euro Strafzahlungen für verfehlte Klimaziele zu riskieren, bis 2030 pro Jahr etwa 50 Millionen Tonnen Kohlendioxid im Verkehrssektor einsparen. Von diesem Ziel könne allein der optimale Ausbau des Radverkehrs bereits ein Fünftel erreichen.

 

Andere Einzel-Maßnahmen, wie E-Auto-Quote, Tempolimit, höhere Benzinpreise, Biokraftstoffe oder aerodynamische LKW bringen laut ADFC einzeln nicht mehr als 2 Millionen Tonnen Einsparungspotenzial, und seien dazu noch ausgesprochen kostspielig.

 

„Mit überschaubaren Investitionen von 30 Euro pro Kopf und Jahr für gute, breite Radwege in durchgängigen Netzen sowie geräumige Fahrrad-Abstellanlagen an Bahnhöfen, Stationen und öffentlichen Einrichtungen ist es möglich, ein Drittel der kürzeren Autofahrten und damit bis zu 13,5 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr einzusparen“, so Stork:Die Bundesregierung hat es im Nationalen Radverkehrsplan von 2012 selbst vorgerechnet.“

 

 

25% der Autofahrten sind kürzer als zwei Kilometer

 

In seinem Argumentationspapier zur NPM rechnet der ADFC vor, dass Deutschland trotz der dringend gebotenen Verkehrswende nicht auf den unbedingt notwendigen Autoverkehr zu verzichten braucht.

Schon die Verlagerung jeder dritten kürzeren Autofahrt auf das Rad würde erhebliche Effekte für den Klimaschutz bringen. Vermieden werden sollen allein die Bequemlichkeitsfahrten, die viele Bundesbürger unternehmen, weil ihnen für die Kurz-Fahrt zum Bäcker oder zur S-Bahnstation keine attraktive Alternative zur Verfügung steht.

 

Voraussetzung für das Ersetzungsszenario ist auch der Ausbau von Bus und Bahn. Stork: „Rad und Bahn sind perfekte Partner und schaffen gegenseitig Synergien. Dieses Potenzial hat Deutschland nicht mal ansatzweise ausgeschöpft!“

 

Weitere Informationen: ADFC-Arbeitspapier zur Nationalen Plattform Zukunft der Mobilität

ADFC-Bundesverband

 

 

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